Mali 2010/11

 

22.12.2010

Die Vorbereitungen zu unserer diesjährigen Tour gehen langsam in die Endphase.

Es sind noch kleinere Arbeiten am Truck notwendig, während Christa sich schon um die Beladung kümmert.

Unsere Route steht prinzipiell mittlerweile auch schon fest, so soll es diesmal über Marokko, Mauretanien und Senegal nach Mali und Burkina Faso gehen.

Mauretanien-Visum haben wir inzwischen seit 2 Wochen da liegen – das war mal wieder ein neuer Negativ-Rekord der Botschaft in Berlin – fast 8 Wochen hat es diesmal gedauert, mit etlichem hinterher-telefonieren. Deshalb haben wir beschlossen das Mali und Burkina Visum vor Ort zu holen, der Pass mit dem maur. Visum ist einfach zu kostbar um ihn im vorweihnachtlichen Postverkehr zu riskieren.

27.12.2010

Es ist 16:00 Uhr und wir sind startklar – wir hoffen heute noch ein gutes Stück voranzukommen.

…… kurz nach Baden-Baden ist erst mal schluss – es hat uns den hinteren Reifen zerlegt – jetzt weiss ich auch warum einer mal so kräftig aufgeblinkt hat – d.h. 2 1/2 Stunden Schufterei um das Ersatzrad zu montieren, nach 2 Std. bekommen wir noch Hilfe von 2 wirklich netten Autobahnpolizisten. Zu allem Überfluss streikt auch noch die Winde für das Ersatzrad, das Ding hängt jetzt in der Mitte und geht weder vor noch zurück. Nachdem die freundlichen Helfer die rechte Spur gesperrt hatten schneiden wir das Rad runter. Wir demontieren den Reifen und nehemn nur die Felge mit – der Reifen war sowieso total zerfetzt und nicht mehr zu gebrauchen. Jetzt stehen wir da ohne Ersatzrad und wollen über 16000km in Afrika rumfahren… – keine Ahnung wo wir diese Größe zu einem akzeptablen Preis auf die Schnelle Auftreiben können.

Wir nehmen die nächste Abfahrt und stellen uns für die Nacht in Iffezheim in ein Industriegebiet, kippen ein paar Bier hinunter und schlafen erst mal darüber.

28.12.2010

Um 6 klingelt der Wecker – ich habe eine Adresse im Kopf und suche per Handy-Internet die Telefonnummer, bekomme aber bis 9 immer noch keine Verbindung. Also Internet wieder angeworfen und mal auf ebay geschaut – und siehe da, da bietet einer Michelin XZL in unserer Größe zu 200 EUR das Stück an – dort angerufen – und auf nach Coburg – zwar 300km in die falsche Richtung, aber der Urlaub ist gerettet. Wir lassen das Ersatzrad bei Coburg montieren und laden noch einen 2. Reifen aufs Dach. Abends um 9 sind wir wieder da wo wir am Tag zuvor abgebrochen hatten – wir fahren noch bis hinter Freiburg und bleiben auf der Raststätte da es plötzlich extrem glatt wurde und wir nichts riskieren wollen.

29.12.2010

Früh morgens geht es los und wir fahren die Route-Express durch Frankreich bis ca. 100km vor die spanische Grenze.

30.12.2010

Wir fahren ohne Probleme die 1300km bis Algeciras und übernachten nach 18 Std. Fahrzeit direkt vor dem Carrefour-Markt wo wir am nächsten Tag die letzten Einkäufe tätigen und die Fähr-Tickets kaufen.

31.12.2010

Wir kaufen bei Carlos die Tickets nach Tanger – 180 Eur für Truck und 2 Personen, gehen noch zum Einkaufen und erwischen um 12:30 die Fähre nach Tanger-Med. Nach einer Stunde Überfahrt kommen wir an und verlassen nach streßfreien 15 Minuten das Hafengelände und sind nun endlich wieder auf afrikanischem Boden. Wir beschließen durch Tanger zu fahren um noch einen Internetstick zu kaufen und evtl. noch einen Metro zu finden um uns noch mit den letztewn Dingen zu versorgen die wir in Europa nicht bekommen konnten (z.B. das bewährte Raid Mückenspray). Eine angenehme Überraschung erleben wir beim Tanken – der Liter Diesel kostet nur etwa 66 Cent. Wir fahren weiter bis Asilah, einer kleinen Hafenstadt, wo wir einen Stellplatz direkt am Hafen finden um die Silversternacht zu verbringen.

An dieser Stelle wünschen wir allen Daheimgebliebenen ein glückliches Neues Jahr 2011 !!!

01.01.2011

Morgens um halb acht gehen wir auf den Highway Richtung Agadir – die Autobahn ist seit Ende 2010 nun durchgehend von Tanger bis Agadir – unterwegs spendieren wir dem Magirus noch eine Wagenwäsche um das Streusalz der europäischen Autbahnen abzuspülen. Das artete in eine 1 1/2-stündige Handwäsche aus – so sauber war der Truck noch nie!
Trotzdem schaffen wir es an diesem Tag noch bis kurz vor Agadir, wo wir auf einer Raststätte übernachten.
Mautkosten für den Truck knapp 40 EUR bis Agadir

02.01.2011

Die nächste Etappe geht von Agadir über Tan-Tan bis Boujdour – kilometerfressen in der Westsahra.
Übernachtung auf einem Campingplatz in Boujdour.

03.01.2011

Von Boujdour aus nehmen wir uns vor noch an diesem Tag die Grenze nach Mauretanien zu überqueren.
In der Westsahara bunkern wir noch billigen Diesel (5,2 Dirham – knapp 50 Cent) und dann geht es um ca. 15 Uhr über die Grenze. Das läuft diesmal absolut stressfrei und schnell ab, so dass wir um 17 Uhr den Camping Abba in Nouadhibou.

04.01.2011

Noadhibou bis Nouakchott.
Wir starten gegen 10 und erreichen um 16 Uhr unseren Campingplatz in NKC vom letzten Jahr, Terghit Vacances – direkt am Meer gelegen. Omar und Achmed kommen uns schon entgegen als wir in die Einfahrt fuhren – Omar bot sich sofort wieder zum Fisch grillen an – wir fühlten gleich wieder wie zu Hause.
Wir beschließen einen Tag länger zu bleiben und gleich das Mali-Visum in NKC zu besorgen.

05.01.2011

Nouakchott.
Mit Achmed fahre ich in die Stadt zur Botschaft von Mali und zum Geldwechsel, währen Christa bei den Hunden bleibtg.
Das Visum ist um 15 Uhr abzuholen und kostet 6500 Oug, Schwarzmarktkurs waren bis 385 Oug/EUR.
Achmed besorgt uns noch die Carte Brune – Versicherung für Westafrika für 6800 Oug / Monat.

06.01.2011

Wir beschließen auf dem Hinweg den Senegal zu umfahren und nehmen direkt die „route de l‘Espoir“ durch Mauretanien nach Mali.

Etwa alle 50 km gibt es jetzt Checkpoints an der Straße die doch ein gewisses Gefühl der Sicherheit vermitteln – gut dass wir 150 von unseren „fiches“ mitgenommen haben, das erspart viel Zeit und Schreibarbeiten an den Polizeikontrollen.

Wir Fahren von NKC aus über Aleg, Sangrafa bis Achram, wo wir an einer Polizeistation übernachten.

07.01.2011

Die Fahrt geht von Achram aus bis Ayoûn el-Atroûs, ca. 130 km vor der Grenze zu Mali entfernt.

Dort gibt es auch eine Campingplatz für die Nacht.

08.01.2011

Wir passieren gegen 12 Uhr die Grenze zu Mali – die Formalitäten auf mauretanischer Seite laufen problemlos und entspannt ab – auch auf malischer Seite läuft zunächst alles noch ordentlich schnell.

Wir fahren bis Nioro du Sahel, wo wir die Zollformalitäten für den Truck erledigen müssen. Kurz vor Ortseingang liegt auf der rechten Seite ein Zollhof – trotzdem wir die einzigen „Gäste“ waren dauerte es fast 2h bis wir das Laissez le Passage in unseren Händen halten.

Die Banken hatten inzwischen natürlich auch gechlossen und uns blieb nichts anderes übrig Euros in einer Apotheke zu einem schlechten, aber noch akzeptablen Kurs zu wechseln.

Die Fahrt geht weiter Richtung Nationalpark „Bougle da Baoule“ , kurz vor der Abfahrt in den Park übernachten wir in Kolokani in einer alten Missionsstation, die nun als Campingplatz bzw. Auberge dient.

09.01.2011

Ca. 30km hinter Kolokani zweigt eine kleine Piste Richtung Faladye und weiter Richtung Nationalpark ab. Dort sollte es in Baoule ein Camp geben und ein Ranger mit in den Park genommen werden. Beide Informationen erwiesen sich aber als nicht ganz so aktuell – weder das Camp, noch eine Rangerstation waren vorhanden, und ohne Ranger ist es praktisch nicht möglich irgend ein afrikanisches Tier zu finden. Wir beschliessen umzudrehen und Richtung Bamako zu fahren. Außer malerischen Dörfern und 120km artgerechter Haltung für den Magirus (die Piste war wirklich „sau-schlecht“) hat der Ausflug also nicht allzuviel gebracht und wir suchen vor Einbruch der Dunkelheit ein Dorf zum Übernachten. Beim dritten Anlauf hatten wir Erfolg und wurden in Woloni von der Bevölkerung herzlich aufgenommen. Wie es der Zufall wollte war genau an diesem Tag ein großes Fest und wir bekamen Ehrenplätze um die Masken-Tänze zu beobachten.

10.01.2011

Woloni – Bamako

Vor Abfahrt müssen wir unbedingt noch die Dorf-Schule besuchen und wir machen uns nach einem herzlichen Abschied auf die letzten 50km üble Piste bis Negala, wo die Piste auf die Hauptstraße nach Bamako mündet.

Gegen 13 Uhr kommen wir in Bamako an und kämpfen uns 1 1/2 h durch einen Horror-Verkehr bis zur Auberge „Sleeping Camel“.

Dort gibt es freies Internet und einen angenehmen Stellplatz.

11.01.2011

Auf dem Campingplatz lernen wir einen Guide fürs Dogon-Land kennen.

Der weiß sofort auf was wir hinaus wollen (Dogon by Truck und nicht viel Trecking) und da hier ein Führer sowieso obligatorisch ist und wir schließlich endlich einig werden, engagieren wir diesen gleich hier für 4 Tage und werden ihn beim Dogon-Land treffen.

Nachmittags fahren wir weiter bis Segou.

Abends auf dem Campingplatz treffen wir auf Michael, bei einem gemeinsamen Barbeque erfahren wir , dass er mit seinem Toyota über Burkina-Faso bis Togo fährt und auch einen Abstecher ins Dogon-Land plant.

12.01.2011

Morgens erzählt mir Michael, dass er auf einen Amerikaner gestoßen ist, der ebenfalls ins Dogonland will – ich rufe unseren „Führer“ an und handle einen neuen Preis für 4 Personen aus und wir beschließen die nächsten Tage gemeinsam zu verbringen. Gegen Mittag starten wir Richtung Sevare bei Mopti, wo wir am nächsten morgen auf unseren Guide stoßen sollen. Wir waren anfangs der Meinung, am Nachmittag noch Djenne an zu sehen, waren allerdings bei den Straßenverhältnisseen erst bei Sonnenuntergang an der Fähre und so mussten wir die letzten 130km bis Sevare bei Dunkelheit zurücklegen. Djenne beschließen wir auf den Rückweg zu verlegen.

13 – 16.01.2011

Wir treffen morgens um 7 auf unseren Guide Mamadou und machen uns auf den Weg zum Highlight unserer Reise, dem Dogon-Land. Dort hat sich im Schutz der Felswände ein eigener Kulturkreis erhalten. Die Dörfer der Dogon kleben teilweise wie Nester in den Felsen.

Unsere Route für die nächsten Tage geht über Bandiagara, und weiter die Klippe hinab. Wir durchqueren das Dogon-Land am Fuß der Steilwände entlang bis Banani. Unterwegs gibt es immer spektakulärer in den Fels gebaute Dörfer zu besuchen.

Nachdem ich unseren Guide überzeugt habe, dass die Piste Banani – Sanga auch mit dem LKW zu befahren ist ändern wir unseren Plan und nehmen diese steile und schmale Piste wieder als Aufstieg auf die Steilklippe – das passt uns besser ins Konzept, als, wie ursprünglich geplant, die letzten 30km zurückzufahren um auf der Hauptpiste auf das Plateau zurück zu fahren.

17.01.2011

Morgens müssen wir uns leider von Michael trennen, der fährt weiter über Burkina Faso nach Togo.

Wir nehmen unseren „Ami“ und Mamadou mit und besuchen die Stadt Djenne, die wegen ihrer Lehmarchitektur oft als schönste Stadt Mali´s bezeichnet wird. Mamadou vermittelt uns eine Stadtführung. Wir übernachten mitten im Zentrum auf einem Hotelparkplatz – nicht eben ruhig, dafür aber zentral gelegen…

18.01.2011

Um nicht denselben Weg nach Bamako zurückzufahren beschließen wir die Piste entlang des Nigers zu versuchen. Diese stellt sich als regelrechte Autobahn heraus und wir kommen zügig voran. In Ke-Macina queren wir den Niger mit einer Fähre auf das nördliche Ufer um auf Asphalt weiter bis Segou zu fahren. Kurz vor Segou überqueren wir den Niger nochmals über eine Brücke. In Segou setzen wir den Ami ab und fahren weiter Richtung Bamako, wo wir gegen 20 Uhr im „Sleeping-Camel“ eintreffen.

19.01.2011

Wir beschließen einen Tag in Bamako zu verbringen und treffen uns gegen Mittag mit Mamadou.

Der Nachmittag wird auf dem großen Markt verbracht um noch Souvenirs zu besorgen, da wir am Abend zuvor beschlossen haben, den Senegal links liegen zu lassen und direkt von Kayes (Mali) nach Kiffa (Mauretanien) zu fahren. Wir möchten die Piste von Kita über Bafoulabe nach Kayes versuchen,

Allerdings hat von der bisher jeder den wir fragten abgeraten. Ich finde im Internet ein paar Informationen mit Wegpunkten, diese stammen aus 2008 und die Piste wurde damals von ein paar Radfahrern befahren. Wir planen für die Piste zwei Tage ein.

Wir erzählen Mamadou von unsrem Vorhaben und er war so begeistert, dass er sich für die paar Tage uns anschließt.

20.01.2011

Wir starten um 8 Uhr (afrikanische Zeit) und durchqueren Bamako, was zügig vorangeht, da an diesem Donnerstag ein Feiertag ist. Nach Bamako fahren wir zügig auf Asphalt Richtung Kita, danach beginnt die Piste. Diese war entgegen der Streckenbeschreibung zunächst hervorragend ausgebaut.

In Quiala suchen wir uns einen schönen Platz zum Übernachten, direkt am Fluß.

Von den 330km reine Piste legen wir an diesem Nachmittag ca. 150km zurück.

21.01.2011

Nach einem gemütlichen Frühstück machen wir uns weiter auf den Weg. In unserer anfänglichen Euphorie überlegen wir schon, ob wir heute noch die Grenze passieren werden….

Wir werden allerdings bald eines Besseren belehrt. Die Piste wird immer schmaler und verwachsen,

es gilt immer wieder steinige und steile Passagen zu bewältigen und die Fahrt mutiert zu einem regelrechten Trial über hohe Felsstufen, wir müssen uns immer wieder den Weg durchs Geäst frei schlagen und so ist teilweise nicht mal mehr Schrittgeschwindigkeit möglich. Endlich, kurz vor Bafoulabe möchten wir bei Mahina die Eisenbahnbrücke über den Bafing benutzen, werden allerdings vom „freundlichen Brückenwärter“ zurückgewiesen, da hier nur kleine Fahrzeuge queren dürfen – also 15km zurück zur Hauptpiste um dann die Fähre über den Fluss zu nehmen. Es beginnt langsam zu dämmern…..

Auf der anderen Seite angekommen hoffen wir auf eine „Autobahn“, werden allerdings bitter enttäuscht. Zwar ist die Piste ausreichen breit und läuft in mehreren Spuren, allerdings ist der Untergrund tiefer Schwemmsand. Nachdem wir einen Pickup mit Bauarbeitern, der bereits seit über 2 Stunden im Sand versunken war, herauszogen, beschließen wir hier im Busch nahe der Piste unser Nachtlager zu errichten.

Immerhin kamen wir ganze 80km an diesem Tag voran.

22.01.2011

Nachdem wir frühmorgens einige kleinere Reparaturen (Spiegel, Blinker, etc.) vorgenommen haben machen wir uns auf den Weg nach Kayes. Nach ca. 10km wird die Piste tatsächlich besser und wir erreichen gegen 14:00 Uhr Kayes. Dort tauschen wir noch etwas Geld auf dem Schwarzmarkt (die Banken hatten natürlich längst geschlossen) und wir verabschieden uns von Mamadou.

Nachdem wir uns Informationen für die Strecke Kayes – Kiffa besorgt hatten und sich diese als 280km Buschpiste im mauretanisch-malischen Grenzgebiet erwies, haben wir beschlossen aus Sicherheitsgründen doch über den Senegal zu fahren. Also machen wir uns auf Richtung Kidira und versuchen dort unser Glück – Senegal hat derzeit nämlich unterschiedliche Formalitäten, was die Einreise mit Fahrzeugen betrifft und so kann es durchaus passieren, dass man innerhalb 24h in Dakar sein muss um das Carnet zu stempeln. Wir hatten Glück und bekamen ohne Probleme ein 5-Tages Passavent für 5000 CFA und das Carnet konnte in der Tasche bleiben. Der gesamte Grenzübertritt dauerte nur etwa 20 Minuten und wir erreichen um gegen 18 Uhr Goudiri, wo wir einen Campingplatz kennen.

23.01.2011

Heute nehmen wir uns zum Ziel bis St. Louis zu Fahren und starten deshalb zeitig. Wir fahren über Tambacounda bis Kaffrine und weiter über Touba. Die Fahrt verläuft soweit recht zügig bis wir Touba erreichen. Dort geraten wir in ein religiöses Fest, die Hauptstraße ist gesperrt und wir befinden uns plötzlich in einem unbeschreiblichen Verkehrschaos. Die Fahrt durch Bamako zur Hauptverkehrszeit gleicht demgegenüber einer Spazierfahrt übers Land. So kämpfen, drängeln und drücken wir uns in 2 Stunden durch das afrikanische Getümmel. Nachdem wir bisher alle der berüchtigten Polizeikontrollen mit durchwinken passieren konnten, nahm es der Polizist nach Touba genau. Er gab uns jedoch die Papiere zurück, und meinte „all ok. – you can give money if you have“ – ich sagte „i have no money“, damit war der Fall für ihn erledigt und wir können weiterfahren. Wir fahren weiter Richtung St. Louis, die letzten 40 km reihte sich ein Schlagloch an des andere. Sichtlich genervt erreichen wir die Hauptstraße und natürlich schon die nächste Poilizeikontrolle. Der Polizist kassiert erst mal alle Papiere. entdeckt die Hunde, stammelt etwas von „mixed-transport“ und verschwindet in seinem Auto. Gereizt durch die Geschehnisse der letzten Stunden war ich alles andere als freundlich und die Lage begann langsam aber sicher zu eskalieren. Nach einigem Palavere in einem Mix aus englisch, deutsch und französisch gab er mir schließlich die Papiere zurück und wir konnten ohne eine CFA zu bezahlen weiterfahren. So wie wir das interpretiert hatten, dürfen zwar Ziegen und Schafe in den Passagierraum aber anscheinend keine Hunde. Um bei weiteren Kontrollen keinen Anlass zur Diskussion zu geben, bitten wir Dolly und Dino im hinteren Teil der Kabine Platz zu nehmen. Die Lust auf Senegal war vor allem in den Wissen, das die korruptesten Polizeikontrollen noch vor uns liegen, vorerst dahin. Es hilft alles nichts – weiter nach St. Louis. Ich beschließe vor allen Kontrollen mein freundlichstes Lächeln aufzusetzen und siehe da es klappt. Nach Kontrolle der Fahrzeugpapiere werden wir in jeder Polizeikontrolle freundlich weiter gewunken. Selbst der berüchtigte Oberbulle in St. Louis läßt uns ohne Probleme passieren und so erreichen wir ohne eine Cent zu bezahlen um 19.00 Uhr den Camping Ocean

24.01.2011

Gegen 8.00 Uhr sehr afrikanischer Zeit wollen wir noch in die Altstadt von St. Louis bevor wir uns gegen 12.30 Uhr auf den Weg nach Djama zur Grenze machen. Die Hunde waren wieder in ihrem hinteren Abteil und wir konnten alle Polizeikontrollen ohne Problem passieren. Der Senegalesische Polizist an der Grenze will plötzlich für das Stempel der Pässe und das Abmalen des Fahrzeugscheins 30 €. Ich nehme die Papier an mich und wollte den Raum verlassen, als sich die Mine des kurupten Bullen sichtlich verfinsterte, da wir die einzigen Gäste an der Grenze waren, beschloss ich zu verhandeln und wir kamen schließlich mir 10000 CFA davon. Auf mauretanischer Seite fand der Zöllner unsere Flasche Pastis und meine Rambo-Machete – das fand er gar nicht gut und musste gleich Meldung bei seinem Chef machen. Ich durfte bei ihm vorsprechen und setzte meine Unschuldsmine auf – nach einer kurzen Belehrung gab er mir Alk und Machete wieder und ich durfte weiterfahren.

Es war nun schließlich nach 14 Uhr und wir konnten uns doch endlich auf den Weg nach Noakchott machen – gut 100km Piste durch den Nationalpark und nochmal 150km Landstraße. Wir kommen mit beginnendner Dämmerung um 18:30 Uhr in NKC auf unserem alt bewährten Campingplatz an, gehen noch auf den Fischmarkt und lassen den Tag ausklingen.

25.01.2011

Nach dem Frühstück starten wir Richtung Nouadhibou und wollen am Nachmittag noch die Grenze nach Marokko überqueren.

Es läuft alles unproblematisch – nur die marokkanischen Grenzer brauchen mal wieder 2 Stunden. Wir schaffen es wie letztes Jahr bei Einbruch der Dunkelheit gerade zum Motel Barbas wo wir die Nacht auf dem bewachten Parkplatz verbringen.

26.01.2011

Wir starten relativ früh am Morgen und durchqueren die Westsahara bis Layounne. Unterwegs kaufen wir in Boujdour noch frischen Fisch zum Abendessen und füllen unseren Bargeldvorrat auf. Wir übernachten auf einem Stellplatz in Layounne-Plage, direkt am Strand. Dort weht eine echt steife Brise und wir bekommen unseren Grill fast nicht zum brennen. Wir genießen unsren Fisch und lassen uns vom Sturm in den Schlaf schaukeln.

27.01.2011

Wir starten um halb acht, dann ist erst mal tanken angesagt. Wir bunkern 600l des günstigen Stoffes (hier sogar nur 5.00 DH). Wir fahren weiter Richtung Agadir , in Akhfenir ist die letzte billige Tankstelle, wo wir noch mal alle Behälter voll machen und nehmen uns zum Ziel Abends in Marrakesch zu sein. Dies gelingt uns auch dank neuer Autobahn und so stehen wir um 21:00 Uhr auf dem Parkplatz hinter der großen Moschee, wo man mit dem Laster für 100DH/24h stehen kann. Wir machen uns noch auf zum Gauklermarkt , wo wir noch realtiv günstig in den Garküchen zu Abend essen.

28.01.2011

Morgens gehen wir noch kurz in den Souk, um anschließend auf die Autobahn Richtung Tanger zu fahren. Wir versuchen abends die Fähre um 20:30 oder 22:30 zu bekommen.

Hier auf der Autobahn spielt Christa richtig „Trucker-Lady“ und ich kann dank mobilem Internet in der Zwischenzeit unser Blog aktualisieren.

Das mit der Fähre um 20:30 sollte ein frommer Wunsch bleiben – wir kommen gegen 20:00 in Tanger-Med an und es stellt sich heraus dass der Fahrplan das Papier nicht wert war, auf dem er gedruckt ist.

Die nächste Fähre geht erst um 23:59 – noch genug Zeit für die Zollformalitäten.

Hier in Tanger-Med sind sie jetzt ganz modern ausgerüstet und der Laster wird von einem Röntgen-Scanner durchleuchtet.

Eben so, die nach uns kommenden beiden marokanischen Lieferwagen. Die bekommen längst ihre Papiere zurück, während wir immer noch warten.

Die Zöllner werden immer mehr, die Minen immer finsterer – wir haben uns nichts dabei gedacht und warten gelduldig auf unsere Papiere….

Plötzlich kommt ein Zöllner mit grimmigem Blick auf mich zu und fordert mich zielstrebig auf die seitliche Stauklappe zu öffnen.

Ich beginne schon zu schimpfen, als Christa meinte dass in dem Fach Durckluftbohrmaschine und Schlagschrauber untergebracht sind.

Also halte ich mich zurück und hole vorsichtig die Bohrmaschine heraus und zeige sie dem Beamten – als er die „scharfe Waffe“ inspizierte musste er laut loslachen.

Der zeigte das Teil seinen Kollegen und plötzlich war die Stimmung wieder gelöst, die Blicke wieder gewohnt freundlich und jeder hatte etwas zuu lachen.

Die Fähre verlässt pünktlich den Hafen und nach anfänglich ziemlich schaukeliger Überfahrt beruhigt sich nach 1/3 der Strecke die See und wir kommen um ca. 0:45 Uhr in Algeciras an.

Wir fahren gleich auf den bekannten Lidl-Parklplatz zum Übernachten um am nächsten morgen gleich zu Carrefour zum Einkaufen zu gehen.

29.01.2011

Nach Erledigung unserer Einkäufe machen wir uns gegen 11 Uhr auf den Highway.

Wir fahren noch ein gutes Stück bis hinter Madrid und stellen uns für die Nacht auf eine Raststätte.

30.01.2011

Wir starten pünktlich um 7:00 Uhr, durchqueren Spanien bis San Sebastian und fahren weiter über Bordeaux die Route Express durch Frankreich.

Nach 1000km fahren wir gegen 21:00 Uhr einen parplatz für die Nacht an.

31.01.2011

Wir starten früh um 6:00 Uhr um die letzten ca. 800km in Angriff zu nehmen und kommen ohne Zwischenfälle gegen 17:00 Uhr zu Hause an.

Gesamt-km 16.400

Schäden am LKW:

1 Reifenpanne

Reserverad-Halterung abgebrochen

Seilwinde für Reserverad

Stoßdämpferhalterung gebrochen

Auspuffhalterung gebrochen

Posistionslampe, Blinker und 1 Spiegel zerbrochen

Halterung Lichtmaschine (Aufbau) gebrochen

Keilriemen Lichtmaschine (24V) erneuert

Dieselleitung durchgescheuert

– Ende –